Cape Canaveral
Bei der Anfahrt über die langen Causeways mag man zuerst etwas enttäuscht sein vom sagenhaften Raumfahrtzentrum Amerikas. Öde und leer erscheint Merritt Island, auf dem der Weltraumbahnhof liegt. Erst nach einigen Meilen wird man von der Faszination gepackt. Denn von hier sind sie gestartet, die Astronauten Neil Armstrog und Edwin Aldrin, die am 21. Juli 1969 als erste Menschen den Mond betraten. All die Astronauten der Gemini-, Spacelab- und Shuttle-Generation flogen von hier aus in den tiefblauen Himmel Floridas. Und alle paar Monate startet auch heute eine Rakete hinaus ins All.
Die amerikanische Raumfahrt begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst noch zögerlich, doch nachdem die Sowjets 1957 mit ihren Sputniks als erste den Weltraum eroberten, wurde der Mond das erklärte Ziel der Nation. Zwölf Jahre später wähnte
man sich als Sieger: Zum Preis von 80 Mrd. $ setzte ein Amerikaner als erster den Fuß auf den Mond. Kritiker bezweifeln heute mehr und mehr, dass sich diese gewaltige Investition gelohnt hat. Einen weiteren Dämpfer erhielt die Raumfahrt am 28. Januar 1986, als die Raumfähre Challenger siebzig Sekunden nach dem Start explodierte und alle sieben Astronauten den Tod fanden. Zahlreiche weitere Pannen stellten danach gar das gesamte bemannte Raumfahrtprogramm der NASA in Frage.
Doch seit Herbst 1988 fliegen die Shuttles wieder, und trotz aller Kritik ist es ein atemberaubendes Erlebnis, vom Strand in Cocoa Beach aus einen Start zu beobachten. Allerdings finden die Raketenstarts nur alle paar Monate statt.
Das Spaceport USA – das große Besucherzentrum der NASA an der SR 405 – hingegen kann man das ganze Jahr über besichtigen. Hier ist vom Zweifeln am Sinn der bemannten Raumfahrt nichts zu spüren, die Nasa will sich dem amerikanischen Steuerzahler gegenüber in Szene setzte – und tut das recht beeindruckend. Auf dem Freigelände sind zahlreiche Raketen ausgestellt sowie ein Space Shuttle in Originalgröße, nebenan steht das Astronauts Memorial, einen tiefschwarze Granitwand, in die Namen aller bei Weltraumflügen ums Leben gekommenen Astronauten eingraviert sind. Im Inneren des Komplexes zeigen Ausstellungen die Entwicklung der Raumfahrt. Unbedingt zu empfehlen ist der Film "The Dream is Alive", der im fünf Stockwerke hohen Imax-Kino vorgeführt wird.
Höhepunkt des Besuchs ist eine Rundfahrt über das weitläufige Gelände. Ausgehend vom Spaceport USA, führt die rund zweistündige Red Tour vorbei an dem riesigen, 160 m hohen VAB-Gebäude in dem die Raketen auf die Trägerfahrzeuge montiert werden, den Abschussrampen und dem Trainingszentrum der Astronauten.
Eine längere Rundfahrt, die Blue Tour, schließt für Technikinteressierte auch das benachbarte Militärgelände der Cape Canaveral Air Force Station mit ein, von dem aus vorwiegend Wetter- und Spionagesatelliten ins All geschossen werden. Am Westende des Raumfahrtkomplexes ist noch die US Astronaut Hall of Fame zu besichtigen, in der die Geschichte der Raumfahrt mit Fotos, Filmen und Ausrüstungsgegenständen der Astronauten dokumentiert wird.
Winter Park

Einen Blick in das "normale" Leben in Orlando außerhalb der Vergnügungsparks erlaubt ein Ausflug in den hübschen, etwas nördlich der Innenstadt gelegene Vorort Winter Park. Zu empfehlen sind sind ein Bummel entlang der eleganten Park Avenue oder eine Bootsfahrt auf den Seen und Kanälen der Wohnbezirke, um den Blick auf die grandiosen Villen und idyllischen Gärten zu genießen.
Daytona Beach
Dieser Ort ist für alle Autofans gleichbedeutend mit Motorsport und Geschwindigkeitsrekorden. Bereits im Jahre 1902 fanden in Daytona Beach und im benachbarten Ormond Beach die ersten Autorennen statt. Damals knatterten tollkühne Piloten wie Alexander Winton und Ransom E. Olds mit 92 Stundenkilometern über den brettharten Strand. Schon vier Jahre später durchbrach man die 200-Stundenkilometer-Grenze, und im Jahre 1935 raste Sir Malcolm Campbell mit 445 Sachen über den Sand – und als letzter Rennfahrer von Daytona Beach in das Buch der Rekorde.
Die Tage der schnellen Strandflitzer sind seither vorbei, und der Verkehr am Meer ist auf 10 Meilen pro Stunde abgebremst. Die Hochgeschwindigkeitsrennen auf dem Sand wurden schlichtweg zu gefährlich, und so baute man schließlich den Daytona International Speedway, auf dem heute die großen Stock-Car- und anderen Autorennen stattfinden. Die wichtigsten Rennen wie etwa das Daytona 500 werden zwischen Januar und März gefahren.
Hauptattraktion in Daytona ist nach wie vor der 37 km lange befahrbare Strand, zu dem vor allem an den Wochenenden die Kurzurlauber aus ganz Zentralflorida strömen. Dann wird für Autos und Insassen sogar eine Gebühr verlangt. Lieblingsbeschäftigung der Strandfahrer ist es, auf der Ladefläche des Pick Up zu liegen und sich zu sonnen – ein verrückter Anblick, aber das ist Daytona. Ruhefanatiker sind hier fehl am Platz: Am Strand toben Jugendliche auf dreirädrigen Bikes, im Wasser auf Jet-Skis, und nachts amüsiert man sich in den Bars, Discos und Rummelplätzen an der geschäftigen Atlantic-Avenue, die sich auf ganzer Länge der Küste hinzieht. Mittelpunkt des Geschehens ist der Broadwalk, der neben dem Pier am Ende der Main Street liegt.
Wer das Strandleben etwas ruhiger möchte, sollte ans Südende von Daytona Beach zum Park um das Ponce Inlet Lighthouse fahren. Hier ist der Strand fast nie überlaufen, Naturpfade erschließen die Dünen, und vom originalgetreu erhaltenen Leuchtturm aus dem Jahre 1887 bietet sich ein weiter Blick über die Küste. Ebenfalls recht gemächlich ist eine Sightseeing-Fahrt mit dem Schaufelraddampfer Dixie Queen auf dem Halifax River (Reservierung unter Telefon: 255-1997).
St. Augustine Alligator Farm
Am Nordende von Anastasia Island, wartet eine "tierische" Attraktion: Die bereits 1893 gegründete St. Augustine Alligator Farm besitzt die wohl beste Sammlung
von Schlangen und Panzerechsen in ganz Florida. Unter den 22 Krokodil- und Alligatorenarten sind auch sehr seltene Exemplare aus China und Neuguinea. Besonders eindrucksvoll ist der Spaziergang um den sumpfigen Teich, in dem die in Florida heimischen Alligatoren leben. Scheinbar harmlos wie grünbemooste Baumstämme treiben die zähnestarrenden Echsen im Wasser, in den Bäumen darüber nisten gut beschützt vor räuberischen Waschbären zahlreiche Seidenreiher.
Direkt gegenüber dem Tierpark dehnt sich in die Anastasia State Recreation Area ein herrlicher langer Dünenstrand aus, ideal für eine Badepause oder ein Picknick am Meer.
St. Augustine
Die schönsten Stadt Nordfloridas. Die idyllische Kleinstadt gilt als die älteste kontinuierlich bewohnte Ansiedlung der Vereinigten Staaten und hat sich eine charmante Kolonialatmosphäre aus der spanischen Zeit bewahrt. Hier sollten Sie zumindest einen ganzen Tag Aufenthalt einplanen und nach Möglichkeit in einem der schön restaurierten, historischen Bed & Breakfast-Hotels übernachten
Blickfang von St. Augustine ist das Castillo do San Marcos am Hafeneingang, eine massive sternförmige Festung aus gelblich-weißen Muschelkalkstein, aus dem auch die meisten Häuser der Stadt bestehen. Errichtet wurde das Castillo zwischen 1672 und 1695 von den Spaniern als Schutz gegen die Engländer. Zu besichtigen sind hier das Wachhaus, das ehemalige Munitionslager, ein Gefängnis und eine Kapelle. An den Wochenenden werden die alten Kanonen abgefeuert.
Die kleine, überschaubare Innenstadt lernt man am Besten zu Fuß oder mit der Pferdekutsche kennen. Viele der schmalen Gässchen sind nämlich für den Autoverkehr gesperrt. Eine Attraktion ist die malerische St. George Street, die am Nordende mit einem Stadttor beginnt. Direkt anschließend liegt südlich davon das Restored Spanish Quarter Museum, eine Gruppe von Gebäuden entlang der St. George Street, die originalgetreu restauriert wurden. Kostümierte Führer spielen hier recht lebensnah den Alltag der Soldaten, Händler und Siedler während der spanischen Kolonialtage nach.
Auch die meisten übrigen Sehenswürdigkeiten liegen rings um die Fußgängerzone, etwa das älteste Haus Amerikas, das Gonzales-Alvarez House oder das Oldest Store Museum, ein Laden im Stil der Jahrhundertwende mit Waren aus dieser Zeit. Alles in St. Augustine ist das älteste in Amerika, so gibt es z.B. auch die älteste katholische Pfarrei Amerikas in der Cathedral of St. Augustine aus dem Jahre 1797.
Walt Disney World
Walt Disney World ist die größte Touristenattraktion in der Welt. Das märchenhafte Magic Kingdom, wo Disneyfiguren
von Cinderella bis Dumbo nicht nur die kleinen Besucher in Entzücken versetzten, und EPCOT Center mit seinen Pavillions, wo unter den Themen Kommunikation, Energie, Imagination, Land und Verkehr die Welt der Zukunft aufgebaut ist, und dem World Showcase, einer multikulturellen Ausstellung, wurden vor kurzem mit dem Disney-MGM Sudios Theme Park verbunden. Studiotouren und Stuntshows erlauben hier einen Blick hinter die Kulissen von Film und Trickfilm mit seinen Spezialeffekten. Zum WDW-Komplex zählen auch zwei Wasserparks, der Discovery Island Zoo und Pleasure Island mit Nachtclubs und Restaurants.
Fantasy of Flight
In Polk County zwischen Orlando und Tampa befindet sich auf einer Fläche von 120 Hektar das auf $ 30 Millionen veranschlagte Luftfahrtmuseum mit 30 Oldtimer-Flugzeugen, zwei privaten
Gras-Startbahnen, einem Souvenirladen, einem "Diner" im Stil der 40er Jahre und einem Flugsimulator.
Kennedy Space Center Besucherzentrum
Werfen Sie im Heimathafen der Space Shuttle-F
lüge einen Blick in die Vergangenheit und die Zukunft der Raumfahrt. In dem nur 45 Minuten von Orlando entfernten Raumfahrtzentrum können die Besucher an einer zweistündigen Bustour teilnehmen, die in Innenräumen und im Freien untergebrachten Museumsstücke wie Apollo V und den Space Shuttle bewundern und eine überdimensionale 3D-IMAX-Filmvorführung über die Geschichte der Raumfahrt ansehen.
Busch Gardens
Der im nahegelegenen Tampa untergebrachte Themenpark mit afrikanischer Atmosphäre bietet unter anderem mit KUMBA, der größten und schnellsten Stahl-Achterbahn des Südostens, sowie mit aufregenden Shows und wilden Tieren echten Nervenkitzel.
Cypress Gardens
Bootsfahrten in einem Kanal mit blumengesäumten Ufern, hochgepriesene Wasserski-Vorführungen, ein Schmetterlinghaus, Informationsvorführungen über Raubvögel und mehr als 8.000 Pflanzen- und Blumenarten aus über 90 Ländern sorgen nur 40 Minuten von Orlando entfernt für einen denkwürdigen Ferientag.
Silver Springs
Besucher bewundern an Bord der berühmten Glasbodenboote die größte natürliche Quellenformation der Welt; unternehmen Sie eine Jeep-Safari durch die Wildgebiete Floridas und bestaunen Alligatoren, Riesenschildkröten und unzählige herrliche Vogel, Wasservögel und Fische sowie exotische Tiere aus sechs Kontinenten. In diesem nur wenige Meilen nördlich von Orlando gelegenen Park können Sie sich einen ganzen Tag lang vergnügen.
Besichtigungstouren
Für Besucher, die sich nicht auf eigene Faust weiter hinauswagen, werden unzählige Besichtigungstouren zu nahegelegenen Attraktionen angeboten.
Universal Studios
Der Ableger der kalifornischen Filmstudios ist mittlerweile größer als das Original. Auf dem 180 ha großen Gelände täuschen Kulissenbauten Straßenzüge in New York oder San Francisco vor, hier stehen die Ruinen von Angkor Wat und Hitchcocks Psycho-Haus. Dazu gibt es rund 40 Shows und Rides, bei denen die Zuschauer von King Kong überfallen und von den Dinos aus "Jurassic Park" verfolgt, von einem Erdbeben durchgeschüttelt oder vom Weißen Hai beinahe verschlungen werden.
Sea World of Florida
Sea World ist mit einer Fläche von 125 ha eines
der größten und interessantesten Ozeanarien der Welt, das sich auch wegen seiner Schutzprogramme für bedrohte Meerestiere einen Namen gemacht hat. In fünf großen Shows unterhalten Seelöwen, Delphine, Schwertwale und Wasserskifahrer die Besucher. In großen Becken und Terrarien kann man Pinguine, seltene Seekühe, Seehunde und Seeotter beobachten
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